Karriere
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Frauen und Karriere
Was hindert Frauen an Karriere?
Dürfen, können, brauchen oder wollen Frauen nicht?
Welche Faktoren führen dazu, dass Frauen trotz aller staatlich organisierten und finanzierten Frauenförderung nicht in mit Männern vergleichbaren Ausmass Karriere machen?
Oft ist von weiblicher Seite oder in feministischer Vorwurfs-Manier die Rede von Diskriminierung oder vom sogenannten "Old Boy's Network", das Frauen bewusst vom Aufstieg abhält.
Dieser Sichtweise gegenübergestellt seien einige Zitate[1] von Frauen, die es an die Spitze geschafft haben:
Annette Winkler, Unternehmerin des Jahres 1991: "Ich hatte als Frau und Unternehmerin fast nur Vorteile".
Waltraud Reichardt, Unternehmerin des Jahres 1996: "Wenn eine Frau etwas kann, setzt sie sich allein durch".
Erin Callan, ehemals eine der erfolgreichsten Frauen der Wallstreet, jetzt Credit Suisse: "Es hilft, eine Frau zu sein."[2] Die Bankerin räumt durchaus ein, dass sie als Frau gewisse Vorteile in einem Geschäft hat, das von Männern beherrscht und geprägt wird. "Ich ordne meine feminine Seite nicht unter, sondern trage sie offen mit mir", erklärte sie im Frühjahr dem Wirtschaftsmagazin Portfolio, das ihr eine grosse Geschichte widmete und sie für die konservative Welt an der Wallstreet in ungewöhnlich feminine Kleidern ins Bild rückte. "Dies ist eine zu 100 Prozent von Männern dominierte Branche. Ich glaube, dass die Leute ihre Schutzschilder bei mir etwas mehr senken als sonst. Es hilft, anders zu sein, eine Frau zu sein".
Barbara Bierach, Wirtschaftsredakteurin und Buchautorin: "Frauen sind nicht unterprivilegiert in diesem Land und unterdrückt, sondern Frauen verhalten sich häufig einfach saublöd."[3]
Christine Bortenlänger, Managerin des Jahres 2007: "Statt der Gläsernen Decke sehe ich etwas ganz anderes: die warme Badewanne, in der Frauen sich so gerne tummeln. Traut sich eine heraus, steht sie plötzlich alleine und frierend da. Doch wer Karriere machen will, muss raus aus der wohligen Wanne! Meine Erfahrung: Viele Frauen wollen gar nicht in Führung gehen – mit allen Konsequenzen wie Verantwortung tragen, ungewisse Entscheidungen fällen, länger und mal am Wochenende arbeiten. Die Unannehmlichkeiten einer Karriere sind es vielen nicht wert."[4]
Andere Vorlieben
Teamwork statt Hierarchie
Frauen wollen nicht Chef sein
"Die Frauen arbeiteten in ihren bisherigen Positionen viel und gerne im Team. In der nächsten Stufe wären sie Chef geworden. Sie hätten als Entscheider allein im Büro sitzen und auf die Zahlen schauen sollen, ohne sich mit anderen rückkoppeln zu können. Die Frauen fühlten sich von dieser Vorstellung jedoch abgestoßen..." [5]
Ausbildungsberufe und Studienfächer
- Mehr als die Hälfte aller jungen Frauen hat 2006 eine Ausbildung in nur 10 von insgesamt 346 anerkannten Ausbildungsberufen begonnen: als Kauffrau im Einzelhandel oder für Bürokommunikation, Büro-, Industrie- oder Hotelkauffrau, Medizinische oder Zahnmedizinische Fachangestellte (die ehemalige Arzt- oder Zahnarzthelferin), Verkäuferin, Friseurin oder Verkäuferin im Lebensmittelhandwerk. Keiner ist technisch.[6]
- In IT-Berufen ist der Anteil von Mädchen auf Lehrstellen seit 2002 von 14 auf 9,1 Prozent gesunken. "Die jungen Frauen sollten die Berufschancen im Umfeld moderner Technologien aktiv nutzen, statt den alten Rollenbildern nachzuhängen",[7] so Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer.
- Frauen ignorieren Karrierechancen: Trotz guter Berufsaussichten ist nur jeder zehnte Bewerber für eine Stelle im Vertrieb weiblich. Vor allem bei Hochschulabsolventinnen ist die Branche verpönt.[8]
- Elektroingenieurinnen machen sich rar! [9]
- Trotz bester Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind junge Leute nur schwer für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern. Vor allem Frauen zeigen diesen Studienfächern die kalte Schulter[10].
- Frauen verbauen sich bereits mit ihrer Studienwahl Karrierechancen, so das Ergebnis einer veröffentlichten Studie[11] des Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).
Die Soziologinnen Kathrin Leuze und Alessandra Rusconi weisen darauf hin, dass die meisten Frauen noch immer typische "Frauenfächer" studieren.
So sind sieben von zehn Studenten der Sprach- und Kulturwissenschaften Frauen. In aller Regel haben diese aber den Vorteil, Beruf und Familie besser zu vereinbaren. Denn Frauen seien weitaus weniger als Männer bereit, den Lebensschwerpunkt auf den Beruf auszurichten.
In den Ingenieurwissenschaften liegt der Anteil bei nur 20 Prozent, in den naturwissenschaftlichen Hochschulfächern sind es 40 Prozent.
Entwicklung / Differenzen
Bei der Klage über zu wenig Frauen in Führungspositionen wird gerne vernachlässigt, dass niemand direkt von der Universität auf die Vorstandsebene wechselt. Um in die höchste Führungsebene eines Unternehmens zu gelangen, braucht es Zeit. Es wird daher noch einige Jahre dauern, bis die vielen gut ausgebildeten, topmotivierten Frauen, die heute ins Berufsleben drängen, an der Unternehmensspitze angelangt sind. Der Generationswechsel, der sich hier vollzieht, ist ein langwieriger Prozess.
Nach Analysen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) auf der Basis des Mikrozensus waren unter den abhängig beschäftigten Führungskräften in der Privatwirtschaft im Jahr 2004 bereits 23 Prozent Frauen - gegenüber 21 Prozent im Jahr 2000. Frauen in Führungspositionen sind allerdings deutlich häufiger kinderlos als Männer.
Frauen unter 30 sind mit 43 Prozent noch fast genauso stark in Leitungspositionen vertreten wie gleichaltrige Männer. Ihr Anteil sinkt jedoch mit der Familiengründung bis zum Alter von 40 Jahren auf knapp über 20 Prozent und bleibt dann auf niedrigem Niveau.[12]
In der zweiten Führungsebene liegt der Frauenanteil bereits über 40 Prozent. Das entspricht beinahe dem durchschnittlichen Anteil an allen Beschäftigten.
Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede nach Betriebsgröße, Branche und Sektor. So werden kleine Betriebe häufiger von Frauen geführt als große. In der ersten Führungsebene von Großbetrieben liegt der Frauenanteil gerade mal bei 4 Prozent.
Weibliche Chefs sind vorwiegend in Betrieben des Gesundheits- und Sozialwesens sowie im Bereich der privaten Dienstleistungen anzutreffen.
Frauen leiten eher Betriebe des öffentlichen Dienstes als privatwirtschaftliche. In der zweiten Führungsebene gibt es zwischen den Sektoren kaum noch Unterschiede.
Der Ost-West-Vergleich zeigt, dass in den neuen Bundesländern der Frauenanteil in der ersten Führungsebene mit knapp 30 Prozent höher ist als in den alten (23 %). Einerseits liegt dieser Unterschied an der Dominanz der kleineren Betriebe, wo Frauen häufiger als Leiterinnen tätig sind. Andererseits kann der Effekt auf eine geschichtlich bedingte, höhere Erwerbsorientierung der Frauen zurückgeführt werden, die auch fünfzehn Jahre nach der Wiedervereinigung noch ausgeprägt ist.[13]
Firmengründungen / Selbständigkeit
- Die Bundesregierung unterstützt mittlerweile Frauen beim Start in die Selbstständigkeit. Die Bundesministerien für Bildung und Forschung (BMBF), für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) haben im Jahr 2004 gemeinsam eine Agentur für Gründerinnen eröffnet. Damit soll Unternehmerinnen der Start ins Berufsleben erleichtert werden.[14]
- Lt. Statistischem Bundesamt waren im Jahr 2006 30 Prozent aller Firmenmitbegründer weiblich. Fast ein Drittel aller Unternehmensgründer in Deutschland waren Frauen.
Bei Nebenerwerbsbetrieben lag der Anteil der Gründerinnen sogar bei 40 Prozent.
Allerdings waren bei denjenigen neuen Betrieben, die «größere wirtschaftliche Bedeutung» haben, nur 18 Prozent der Mitgründer Frauen.
Die Studie zeigte auch: Während Managerinnen in Branchen wie Bergbau, Energiewirtschaft und Versicherung immer noch rar sind, dominieren Frauen in der Bekleidungsindustrie, im Einzelhandel und in Dienstleistungsfirmen.[15]
- Generell setzen Frauen – auch in Sachen Selbstständigkeit – andere Präferenzen als Männer. Mehr als die Hälfte der von der DtA[16] geförderten Gründerinnen macht sich mit einer Dienstleistung selbstständig. Das reicht von der PR-Agentur über die Steuerberaterin bis zur Ärztin. Ein weiteres Drittel der Gründerinnen startet im Handel. Die Bandbreite reicht von der Boutique bis zum Baumarkt. Nur wenige wagen und behaupten sich in traditionellen Männerdomänen wie Industrie- und Bauunternehmen.
- Studien haben ergeben, dass Frauen zurückhaltender beim Gründen von innovativen Unternehmen sind. Das liege vor allem daran, dass "bei Frauen das so genannte 'Balance-Programm' stärker ausgeprägt ist als bei Männern", so der Psychologe und Vorstand einer Beratungsfirma, Hans-Georg Häusel.[17] Dabei stünden Werte wie Sicherheit, Risikobegrenzung und Familiensinn im Vordergrund.
- Frauen gründen immer noch seltener als Männer. Gründe liegen in der kritischeren Beurteilung der eigenen Fähigkeiten und des Unternehmertums.[18]
- Aus der Studie "Gründungsaktivität von Frauen und Männern in Deutschland"[19] der KfW Bankengruppe geht u.a. wie folgt hervor:
- Gründer und Gründerinnen sind ähnlich gut ausgebildet und weisen im Durchschnitt einen höheren Bildungsgrad auf als andere erwerbstätige Frauen und Männer. Allerdings ist der Bildungsvorsprung der Gründer vor den Nichtgründern bei Frauen ausgeprägter als bei Männern.
- Die deskriptiven Ergebnisse zeigen, dass sich Gründerinnen und Gründer in der Ausprägung ihrer Persönlichkeit recht ähnlich sind (Tabelle 2). Allein bei der Leistungsbereitschaft zeigt sich ein signifikant höherer Wert bei Männern.
- Frauen gründen vergleichsweise häufig im Nebenerwerb. So lag der Frauenanteil an den Nebenerwerbsgründungen mit 36–48 % stets höher als der Anteil im Vollerwerb (28–37 %).
Kinder und Karriere
In einer Studie des Journal of Economic Perspectives[20] haben die untersuchenden Wissenschaftlerinnen den Karriereweg von Wirtschaftswissenschaftlerinnen untersucht. Ergebnis: die, die Kinder bekommen haben, haben es meist auch bis auf einen Lehrstuhl geschafft; jene, die geglaubt haben, es mit Kindern nicht zu schaffen und kinderlos geblieben sind, haben -entgegen allen Prophezeiungen der Genderideologie- weit seltener einen Lehrstuhl erhalten.
Regina Seidel, Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VdU), nimmt zum Thema wie folgt Stellung: "Kinder sind heute kein wirkliches Hindernis für die Karriere mehr. Wer gut verdient, leistet sich ein Kindermädchen".[21]
Sonja Bischoff, aus ihrer Studie "Männer und Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft in Deutschland":
"Kinder sind nach der Befragung kein grundsätzliches Hindernis für Karrieren. Nur sechs Prozent der Frauen, die über Karrierehindernisse in der Einstiegsphase berichten, führen dies auf mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Kinder zurück".[22]
Führungsposition = Traumjob?
Gehört der Beruf des vielbeschäftigten Managers wirklich zu den Traumjobs?
Umfragen unter den Führungskräften von Unternehmen legen es nicht unbedingt nahe, diese Frage zu bejahen:
Die hohe Last der Verantwortung, die langen Arbeitszeiten, der weitgehende Verzicht auf das Privatleben, die Einsamkeit an der Spitze, Terminstress, Reisen, endlose Besprechungen führen bei dieser Gruppe von Mitarbeitern überdurchschnittlich häufig zu körperlichen und seelischen Erkrankungen. vgl. hierzu den Begriff Managerkrankheit
Unter Top-Managern finden sich ebenfalls besonders viele Alkoholiker. [23]
Andere Lebensvorstellungen?
Setzt die Durchschnittsfrau die selben Prioritäten wie Frauenpolitikerinnen, die permanent ‚mehr Frauen in Führungspositionen’ fordern?
Wie viele Frauen sind tatsächlich interessiert, Karriere zu machen? Hier scheint die Gleichstellungs-Propaganda in der Öffentlichkeit und der Lebensentwurf der ‚Durchschnittsfrau’ beträchtlich auseinander zu klaffen.
Emnid und das Trendbüro Hamburg befragten im Jahr 1999 1700 Angehörige des weiblichen Geschlechts und kam zu dem Ergebnis: "Hausfrau schlägt Amazone"[24] Trendbüro-Chef Peter Wippermann: „Die Frauen sind sehr viel konservativer, als wir erwartet haben.“
Bei einer Umfrage der Hertie-Stiftung zu den Lebenszielen der Deutschen rangierte eine funktionierende Beziehung mit dem Partner und ‚Kinder haben’ mit 70 Prozent deutlich vor ‚Erfolg im Beruf’ mit 42 Prozent.
Die Wirtschaftsprofessorin Sonja Bischoff konstatiert: "Frauen haben andere Prioritäten als Männer."[25]
- "Seit 1986 haben Frauen im Unternehmerstatus kontinuierlich ihre Arbeitszeit verkürzt". "Während 1996 noch 40 % dieser Frauen unter 50 Stunden in der Woche gearbeitet hätten, waren das 1998 bereits 62 %. Mehr als 60 Stunden pro Woche hätten im Jahr 1998 nur 5 % der Frauen gearbeitet - im Vergleich zu 14 % im Jahr 1986. Derzeit wünschten sich mit rund 50 % der befragten Unternehmerinnen so viele Frauen wie noch nie eine Teilzeitposition", sagt die Expertin.
- "Obwohl Frauen höher qualifiziert sind denn je, suchen viele nach wie vor den statusüberlegenen Versorger." "Es gibt nur eine Minderheit von Frauen, die wirklich Karriere machen möchten und dabei vielleicht noch ein Kind haben", sagt Bischoff. "Und es gibt die Mehrheit, die diese Anstrengung nicht auf sich nehmen wird und den Weg über die Familie geht."[26]
- "Auch wenn annähernd 50 Prozent der Hochschulabsolventen Frauen sind, so ist das noch nicht das Potenzial, das für Nachwuchspositionen in der Wirtschaft zur Verfügung steht. Etwa 80 Prozent solcher Positionen werden mit Wirtschaftswissenschaftlern, Ingenieuren und Naturwissenschaftlern besetzt. Der Frauenanteil in diesen Fachrichtungen liegt bei etwa 30 Prozent. Damit sind wir weit entfernt davon, dass in absehbarer Zeit der Frauenanteil in Führungspositionen in der Wirtschaft auf 50 Prozent klettern könnte."[27]
Heiko Mell, Personalberater und freier Mitarbeiter bei VDI-Nachrichten: "Aber ein ganz wesentlicher Aspekt liegt auf der Hand: Es gibt heute viel zu wenige Frauen, die sich aktiv um den Aufstieg in technische Führungspositionen bemühen! Sprich, wenn solche Positionen ausgeschrieben werden, gibt es kaum weibliche Bewerber. Selbstverständlich würden Frauen auch nicht in jedem Fall problemlos akzeptiert werden, das ist immer noch ein Problem. Aber in vielen Fällen hätten sie - das wird in den Vorgesprächen klar - eine ehrliche Chance. Allein es gibt nicht hinreichend viele Interessentinnen. Solange sich das nicht ändert und Frauen nicht aktiv um den Aufstieg in technische Führungspositionen kämpfen, wird sich auch wenig am Grundproblem ändern."[28]
Susan Pinker, kanadische Psychologin und Autorin des Buches "Das Geschlechterparadox" widmet ihre Arbeit der Präferenzforschung von Männern und Frauen und hat ermittelt, dass etwa 60 % der berufstätigen Frauen Beförderungen ablehnen sowie schlechter bezahlte Jobs annehmen, um ausgefüllter bzw. ausgewogener leben zu können - vgl. hierzu den Begriff Work-Life-Balance.
Susan Pinker wertete neueste Erkenntnisse aus Neurowissenschaften, Ökonomie, vor allem aber aus ihrer eigenen langjährigen psychologischen Praxis aus und zeigt, dass Jungs und Mädchen im Hinblick auf Biologie und Entwicklung von Anfang an verschieden sind und dass Unterschiede zwischen Mann und Frau nach wie vor eine fundamentale Rolle spielen.
In ihrem Buch weist Pinker - auf aktuelle Studien gestützt - gängige Behauptungen des Feminismus zurück. "Nicht die Männer tragen Schuld für die Stellung der Frau in der Berufswelt, sondern Frauen wollen in ihrer großen Mehrheit gar nicht bis in die Chefetagen vordringen", so Pinker. "Und die meisten Frauen interessierten sich nun einmal nicht für Technik und strebten stattdessen an, weiterhin in klassischen Frauenberufen zu arbeiten: Erziehung, Kommunikation, helfende Tätigkeiten."
Zitat von Susan Pinker:
"Einige geschlechtsspezifische Asymmetrien am Arbeitsplatz sind nicht Ausdruck versteckter Vorurteile, sondern Zeichen für eine freie und aufgeklärte Gesellschaft, in der Individuen fähig sind, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen… Die Möglichkeit, den eigenen Neigungen zu folgen, anstatt tun zu müssen, was andere für passend halten, gehört dazu."[29]
Frau vs. Frau
Durch den feministisch verengten Blick auf angebliche Männerbünde oder "Gläserne Decken" wurde lange Zeit ein Phänomen in der Betrachtungsweise vernachlässigt bzw. unterschätzt: Konkurrenz unter Frauen, auch bekannt als Stutenbissigkeit.
Eine Studie der Unternehmensberatung German Consulting Group[30] unter weiblichen Führungskräften bestätigt, dass sich Frauen auf der Karriereleiter oft gegenseitig im Weg stehen.
Drei von vier befragten Managerinnen gaben an, dass sie besonders von Kolleginnen auf derselben Hierarchiestufe auf dem Weg zum Erfolg massiv behindert wurden.
Die amerikanische Autorin Nan Mooney hat in Ihrem Buch "I can't believe she did that" in 100 Interviews mit Arbeitnehmerinnen aus verschiedenen Branchen und Hierarchiestufen dargestellt, wie und warum sich Frauen im Job gegenseitig ausbooten, hintergehen und anfeinden.
Zusammenfassung
Der Erklärungsansatz "Diskriminierung" beim Thema "Frau und Karriere" greift zu kurz und kann nicht aufrecht erhalten werden.
Hierzu sei erwähnt, dass Verbände wie BITKOM, VDMA und VDE gezielt Frauenförderung betreiben.
Der Zukunftstag, der das Berufswahlspektrum von Mädchen erweitern soll, wird ebenfalls seit Jahren aktiv von BDI, BDA, ZDH sowie DIHK unterstützt.
Zahlreiche Studien weisen dagegen darauf hin, dass die Gründe vielmehr in einer generell niedrigeren Karriere-Neigung, einer noch immer eingeschränkten Berufs- bzw. Studienfachwahl sowie anderen Präferenzen bei der Lebensgestaltung von Frauen zu suchen sind.
Einzelnachweise
- ↑ Focus Online 07.04.2003
- ↑ TagesAnzeiger Wirtschaft 17.07.2008
- ↑ literaturkritiken.de
- ↑ Handelsblatt.com 21.09.2007
- ↑ Lieber Teamarbeit: Frauen wollen nicht Chef sein
- ↑ Hans Böckler Stiftung
- ↑ n24.de 17.06.2008
- ↑ FOCUS ONLINE 27.02.2007
- ↑ FAZ.NET Hochschulanzeiger 02.04.2007
- ↑ Welt Online: Trotz bester Job-Chancen sind junge Leute kaum für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern.
- ↑ Berliner Morgenpost 29.03.2009
- ↑ bildungsklick.de 24.02.2006
- ↑ IAB Kurzbericht Ausgabe Nr. 2 / 24.2.2006
- ↑ Bundesweite Agentur für Gründerinnen eröffnet
- ↑ netzeitung.de 17.04.2007
- ↑ FOCUS ONLINE Beruf & Karriere
- ↑ foerderland.de 02.05.2008
- ↑ KfW Bankengruppe, 16.07.2009
- ↑ KfW Bankengruppe; Nr. 48, Juni 2009
- ↑ Journal of Economic Perspectives (Vol. 19, Winter 2005, Seite 71) A Sociological Perspective on Gender and Career Outcomes
- ↑ stern.de 12.07.2004
- ↑ Hamburger Abendblatt, 26.06.2006
- ↑ Berliner Morgenpost 20.06.2008
- ↑ FOCUS ONLINE 21.06.1999
- ↑ R+V-Ratgeber Unternehmen
- ↑ Spiegel 12/2008
- ↑ Handelsblatt.com 30.01.2008
- ↑ VDI Nachrichten 08.07.2009
- ↑ Deutschlandradio Kultur 14.12.2008
- ↑ WELT ONLINE 02.05.2006
Weiterführende Informationen
- Das Gemeckere ist verlogen Interview mit Barbara Bierach zu Ihrem Buch "Das dämliche Geschlecht", manager-magazin.de
- Viele Frauen brechen Ihre Karriere selbst ab Prof. Sonja Bischoff
- Sie könnten, doch sie wollen nicht Susan Pinker auf Focus Online
- Eine Frage der Hormone Susan Pinker auf DIE WELTWOCHE
- Im Namen der Freiheit Deutschlandradio Kultur 14.12.2008
- Video (engl.) mit Susan Pinker zu ihrem Buch sowie Susan Pinker in conversation with Allan Gregg youtube.com
- Zweifrontenkrieg am Arbeitsplatz - Zicken unter sich FAZ.net 10.09.2004
- Hyänen im Hosenanzug WELT ONLINE 23.10.2005
- Frau gegen Frau taz.de 27.09.2006
- Frauen fahren ihre Krallen aus Handelsblatt 10.05.2007
- Frauen im Beruf - Mythen und Fakten MANNdat e.V.
Literatur
- Das dämliche Geschlecht - Warum es kaum Frauen im Management gibt Barbara Bierach, 2002
- Oben ohne - Warum es keine Frauen in unseren Chefetagen gibt Barbara Bierach, Heiner Thorborg, 2006
- Das Geschlechterparadox Susan Pinker, 2008
- Zicken unter sich. Anja Busse, 2004; ISBN 978-3280050910
- I Can't Believe She Did That!: Why Women Betray Other Women at Work. Nan Mooney, 2005.
