Ursula von der Leyen

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Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyen

Ursula Gertrud von der Leyen (geb. Albrecht; * 8. Oktober 1958 in Brüssel) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Sie kam 1958 als drittes von sieben Kindern in Brüssel zur Welt, wo ihr Vater, der spätere CDU-Ministerpräsident Niedersachsens, Ernst Albrecht, für die Montanunion, den ersten Vorläufer der EU, arbeitete. Auch Ursula von der Leyen (vdL) ist Mutter einer siebenköpfigen Kinderschar. Sie ist seit 2005 Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und war von 2003 bis 2005 Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit des Landes Niedersachsen. Ihre Kollegin Brigitte Zypries konnte sie nicht leiden, was auf Gegenseitigkeit beruhte.[1]

Inhaltsverzeichnis

Eine Bilderbuchkarriere

Zwischen Gestern und Heute

Die mediale Bilderbuchkarriere begann sie nach dem Abitur 1977 als Langzeitstudentin. Ihr erstes Studium der Volkswirtschaftslehre in Göttingen und Münster brach sie 1980 ab. Auch ihr Vater brach sein erstes Studium nach sechs Semestern ab. Allerdings studierte er danach Volkswirtschaftslehre, ein kleiner Unterschied.

Alsdann beschloss Ursula von der Leyen Ärztin zu werden. Ihr Großvater war Arzt in Bremen. Dieses schloss sie nach 14 Semestern 1987 mit der Approbation als Ärztin ab. In diesem Jahr gebar sie auch ihr erstes Kind, nachdem sie seit einem Jahr mit Heiko von der Leyen verheiratet war. Vier Jahre nach der Approbation erfolgte 1991 auch die Promotion zum Dr. med. Bis zur Geburt ihres dritten Kindes 1992 arbeitete sie als Assistenzärztin an der Frauenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover, wo sie auch studiert hatte. Zur Fachärztin brachte sie es jedoch nicht. Freilich hat sie nichts dagegen, wenn sie in den Medien gerne als "Frauenärztin" oder "Gynäkologin" bezeichnet wird. Selbst auf der Homepage ihres eigenen Ministeriums (Bundesministerium für alle außer Männer)[2] wird sie in einem Portät von "DIE ZEIT" als "promovierte Gynäkologin" bezeichnet.[3]

Denn 1992 brach sie die Facharztausbildung ab und folgte ihrem Mann für vier Jahre nach Kalifornien (USA). In der medialen Selbstdarstellung wurde sie jedoch ein Opfer frauenfeindlicher Arbeitsbedingungen (Süddeutschen Zeitung, Die Welt). Weder ihr damaliger Oberarzt im Praktischen Jahr, Professor Wolfgang Heidenreich, noch ihr damaliger Oberarzt als Assistenzärztin, Professor Friedrich Degenhardt, können dies nachvollziehen.[4] Die Zeit in Amerika erscheint in ihrem offiziellen Lebenslauf[5] als "Aufenthalt in Stanford", was suggeriert, sie hätte an der amerikanischen Eliteuniversität gelehrt oder geforscht. Jedoch war sie dort lediglich als Gasthörerin eingeschrieben. In dieser Zeit bekam vdL zwei weiter Kinder.

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland 1996 erklärte sie 2002 dem "Hamburger Abendblatt": "An eine Praxis als Frauenärztin war nicht zu denken." Und zwar der Kinder wegen. An eine Praxis als Frauenärztin war wohl vor allem deshalb nicht zu denken, weil sie eben gar keine Frauenärztin war. Von 1996 bis 2002 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Abteilung für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover und erwarb dort 2001 den Master of Public Health (MPH). Somit konnte die inzwischen siebenfache Mutter im Alter von 43 Jahren ihren zweiten Hochschulabschluss vorweisen. Eine wissenschaftliche Karriere ist daraus jedoch nicht geworden.

Dann beschloss ich, PolitikerIn zu werden

Der Start des politischen Aufstiegs in der Partei ihres Vaters begann in der Region um Hannover. 2001 war sie stellvertretenden Ortsbürgermeisterin von Ilten. Zeitgleich hatte sie den CDU-Fraktionsvorsitz im Stadtrat der nächstgrößeren Gemeinde Sehnde inne. Dies diente jedoch einem größeren Ziel. Ursula plante die Aufstellung als Landtagskandidatin für die Niedersachsen-Wahl, die 2003 stattfand. Es fehlte jetzt nur noch ein passender Wahlkreis. Der ihres Wohnortes Ilten wurde von dem CDU-Landtagspräsidenten Jürgen Gansäuer gehalten, kam also nicht in Frage.

Ausgewählt wurde der Wahlkreis 39. Diesen hatte schon ihr Vater bis zu seiner Abwahl als Ministerpräsident 1990 gehalten. Es gab da nur ein Problem. Dieser Wahlkreis wurde seitdem von dem Landtagsabgeordneten Lutz von der Heide (CDU) gehalten. Eine erste Kampfabstimmung ergab ein Patt. Aber erst nach einem langen Verfahren, der bis zum Landesparteigericht der CDU führte. Bis dahin nämlich hatte Ursula von der Leyen die Wahl zum Vorsitz gewonnen. Mit einer hauchdünnen Mehrheit von einer einzigen Stimme. Dieser Stimmzettel war der Tochter des einstigen Ministerpräsidenten zugerechnet worden. Er war jedoch nicht eindeutig und hätte somit als Enthaltung gewertet werden müssen, wie das Landesparteigericht schließlich feststellte.

Die Zeit bis zur Wiederholung der Wahl wurde weidlich genutzt. Ihr Vater, der damalige Ehrenvorsitzende der CDU in Hannover, Wilfried Hasselmann und sie selbst bearbeiteten die Deligierten. "BILD" Hannover, das ehemalige Hausblatt von Ernst Albrecht entfachte eine Medienkampagne. Der umstrittene Stimmzettel wurde zum "gefälschten Wahlschein" und Röschen (Ursula von der Leyen), die Tochter von Ex-MP Albrecht, "die Frauenärztin, Wissenschaftlerin und siebenfachen Mutter" wurde Opfer einer schmutzigen Polit-Intrige.[6] Frau als Opfer, eine uns hier wohlbekannte Masche.

Das wahre Opfer wurde Lutz von der Heide. Die Wahlwiederholung gewann von der Leyen mit einer Zweidrittelmehrheit, Lutz von der Heide kehrte der Politik den Rücken und "Bild"-Redakteur Beuge, der die Kampagne geleitet hatte, wurde nach der Landtagswahl Pressesprecher im niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Ursula von der Leyen zog als DirektkandidatIn eines sicheren Wahlkreises in den Landtag ein und wurde sogleich Ministerin für Alle außer Männer im Kabinett Wulff.

Die Ministerin für "alle außer Männer"

Im August 2005 wurde von der Leyen von Angela Merkel in das "Kompetenzteam" für die Bundestagswahl 2005 der CDU/CSU für die Bereiche Familie und Gesundheit gerufen. Seit November 2005 gehörte sie dem Kabinett der von Angela Merkel geführten Bundesregierung als Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Alles außer Männer) an. Dabei setzte sie die von Rot/Grün begonnene Politik des Gender Mainstreaming unbeirrt fort.

2006 erhielt sie für ihre Aussage "Ich finde es nicht schlimm, dass Mädchen in Sachen Bildung an den Jungen vorbeiziehen" die Lila Kröte verliehen.

Ministerin für Arbeit und Soziales

Nach dem Rücktritt ihres Kollegen Franz Josef Jung (CDU) wurde von der Leyen neue Ministerin für Arbeit und Soziales und verfügte damit über den größten Einzeletat des Kabinetts.

Positionierung

Profeministisch

Frage BZ: "Bei uns wird neuerdings beklagt, dass Jungs von den Mädchen abgehängt werden. Teilen Sie die Sorge?"
Antwort VdL: "Ich finde es nicht schlimm, dass Mädchen in Sachen Bildung an den Jungen vorbeiziehen. Wären die Zahlen anders herum, würde kein Hahn danach krähen. Man würde es als Gott gegeben betrachten. Dennoch müssen wir genauer hingucken, was mit den Jungs los ist." [7]

Umstritten

"Lassen sie es mich so sagen: Mit der Emanzipation der Männer sind wir noch weit zurück. Deutschland braucht eine Väterbewegung." [7]

Vätermonate

Die Vätermonate im Zusammenhang mit dem Elterngeld stellen für manche einen Zwang dar, ein Eingriff in die Privatsphäre der Familie, für andere eine Chance, Männern ein gutes Argument gegenüber dem Arbeitgeber und der Partnerin in die Hand zu geben, mehr bei ihren Kindern zu sein.

Zitate

"Der ideale Vater und Mann versucht nicht, eine zweitklassige Mutter zu werden, sondern ein erstklassiger Vater zu sein." [8]
Auf die Frage, wann Gleichberechtigung erreicht sei: "Wenn durchschnittliche Frauen in Führungspositionen sind." [9]
"Ich finde es nicht schlimm, dass Mädchen in Sachen Bildung an den Jungen vorbeiziehen." [7]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Frau gegen Frau, Süddeutsche
  2. Bundesministerium für Alle außer Männer (BFAM)
  3. Ursula von der Leyen im ZEIT-Porträt
  4. Ursula von der Leyen: Eine steile Karriere, FAZ am 16. April 2007
  5. Bundesregierung - Ursula von der Leyen (CDU)
  6. Die Karriere der Ursula von der Leyen Teil 2: "Ein Geflecht aus Intrigen", FAZ am 16. April 2007
  7. 7,0 7,1 7,2 Die Bundesregierung: Emanzipation der Männer noch weit zurück, 29. September 2006, Ursula von der Leyen im Interview mit der Berliner Zeitung
  8. Ursula von der Leyen (CDU) im Gespräch mit karriere-Reakteurin Britta Domke
  9. Gleichberechtigung: "Nun jammern Sie mal nicht", Spiegel am 28. April 2008
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