Kuckuckskind
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Kuckuckskind ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für ein Kind, dessen Vater nicht der vermeintliche ist (in der Regel der Ehemann oder Lebenspartner der Mutter). Mit Hilfe von DNA-Tests ist ein Kuckuckskind leicht nachzuweisen; in vielen Fällen kann bereits die Blutgruppe des Kindes Aufschluss geben. Wissenschaftliche Schätzungen gehen davon aus, dass in der westlichen Welt etwa 10-14% aller Kinder Kuckuckskinder sind. In manchen Kulturen (wie der römischen) hatte der Vater das Recht, ein Kind zu verstoßen, das er nicht als sein eigenes anerkannte.
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Betrug und Personenstandsfälschung
Strafgesetzbuch
- § 169. Personenstandsfälschung.
- Wer ein Kind unterschiebt oder den Personenstand eines anderen gegenüber einer zur Führung von Personenstandsbüchern oder zur Feststellung des Personenstands zuständigen Behörde falsch angibt oder unterdrückt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
- § 263. Betrug.
- Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Theoretische Rechtsfolgen für die Täterin
Die Mutter weiß genau, wer als Vater in Frage kommt. Verschweigt sie, dass mehrere Männer als Vater in Frage kommen, macht sie sich durch Unterdrückung wahrer Tatsachen strafbar. Stellt sich in einem Rechtsverfahren heraus, dass die Mutter dem Mann ein Kind untergeschoben hat, müsste die Justiz ein Strafverfahren gegen die Mutter einleiten, da Betrug ein Offizialdelikt ist. In der Praxis ist aber kein Fall bekannt, in dem eine Mutter, die ein Kind untergeschoben hat, strafrechtlich belangt wurde.
Die Folgen für den Vater
Die menschliche Tragödie ist kaum zu ermessen, wenn sich nach Jahren herausstellt das die Mutter dem Mann ein Kuckuckskind untergeschoben hat. Dazu kommt die finanzielle Leistung die der Mann erbracht hat. Die Kosten für das Aufziehen eines Kindes bis zum 18. Lebensjahr in der BRD betragen etwa 120.000 €.[1] Durch ein Kuckuckskind wird das Erbrecht ausgehebelt.
Die Folgen für das Kind
Auch hier ist die menschliche Tragödie kaum zu ermessen. Bei Kuckuckskindern besteht die Gefahr von (juristisch relevantem) Inzest, da gerade dort, wo häufig Kuckuckskinder entstehen (Nachbarschaft, Bekanntschaft, Arbeitsumfeld), nicht selten die Kinder auch ihre Partner wählen. Auch für das Kind wird das Erbrecht ausgehebelt.
Rechtsprechung
Seit dem 18. April 2008 können Männer, die Unterhalt für Kuckuckskinder gezahlt haben, eine Vaterschaftsfeststellung für einen anderen Mann erzwingen. Dies entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe.[2] Das Gericht schloss damit eine Gesetzeslücke, die bei der Reform des Beistandschaftsgesetzes von 1998 entstanden war. Dadurch seien sie "faktisch der Willkür der Kindesmutter und des wahren Erzeugers" ausgeliefert gewesen, begründete der BGH sein Urteil. Im aktuellen Fall hatte ein Gericht zwar rechtskräftig festgestellt, dass der Kläger nicht der Vater von drei Kindern ist, die seine inzwischen von ihm geschiedene Ehefrau zwischen 1992 und 1995 geboren hatte. Weil der Kläger überzeugt ist, dass der neue Partner, mit dem seine Ex-Frau seit der Trennung zusammenlebt, der Erzeuger der Kinder ist, wollte er seinen jahrelang geleisteten Unterhalt von diesem Mann einklagen. Doch der verweigerte einen Vaterschaftstest ebenso wie die geschiedene Frau des Klägers.
Vor der Reform von 1998 hätte in solchen Fällen das Jugendamt die Feststellung der Vaterschaft wegen des Interesses der Kinder auch ohne Einwilligung der Mutter eingeleitet. Doch diese sogenannte Amtspflegschaft war dann laut BGH abgeschafft worden, um die "Eigenverantwortung" von Müttern zu stärken. Der BGH gestattete nun, dass Scheinväter in solchen Fällen ausnahmsweise leibliche Väter zu einem Vaterschaftstest veranlassen können, um an ihr Geld zu kommen. Sollte der richtige Vater nur ein geringes Einkommen haben, bleibt der Scheinvater auf seinen Kosten sitzen, die ihm durch das betrügerische Verhalten der Mutter entstanden sind. Unterhalt für die Vergangenheit ist zu dem in unserem Recht ausgeschlossen. In der Presseveröffentlichung und in den Medien wird versucht die Mutter als Ursache des Desasters herauszuhalten in dem man so tut, als wenn die falsche Vaterschaft nur ein Problem zwischen den (Schein)Vätern ist.
Freispruch für die Täterin
Die Mutter, als Verursacherin des Schadens, haftet in unserem Recht nicht für die Folgen ihres Verbrechens.
Bekannte Kuckuckskinder
| Kind | vermeintlicher Vater | leiblicher Vater |
|---|---|---|
| Jakob Augstein [3] | Rudolf Augstein | Martin Walser |
| Katharina Bianca Vitkovic | Falco (Johann "Hans" Hölzel) | ? |
Für viele Personen der Geschichte existieren Vermutungen, die sich aber mangels DNS-Analyse nicht beweisen lassen.
Einzelnachweise
- ↑ Ausgaben für Kinder 2003: 550 € monatlich
- ↑ BGH Urteil: Aufhebung der Rechtsausübungssperre zur Vaterschaftsfeststellung eines Mannes gegen einen anderen Mann
- ↑ Rudolf und Jakob Augstein - Spiegel-Erbe: Martin Walser ist mein Vater, Süddeutsche vom 27.11.2009
