Lebenserwartung

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Die Lebenserwartung von Männern und Frauen Unterscheidet sich erheblich. Laut Statistischem Bundesamt betrug die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt im Erhebungszeitraum 2002/2004: bei Männern 75,89 Jahre, bei Frauen 81,55 Jahre.[1]

Inhaltsverzeichnis

Zahlen

Deutsches Reich / BRD


USA

Bild:Usa-lebenserwartung-1975-2007.jpg

Männer sterben früher als Frauen

Klosterstudie: Geringfügige biologische Ursachen

Mark Luy, Demograf am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, meint, dass dieser Unterschied weniger biologische Ursachen hat, sondern eher in der Lebensweise begründet ist: "Der deutsche Durchschnittsmann könnte bis zu fünf Jahre länger leben, würde er nicht so viel rauchen, Alkohol trinken, im Straßenverkehr vorsichtiger fahren, einen nicht so stressigen Beruf ausüben." Der Experte untersuchte die Sterbedaten von Männern und Frauen, die unter weitgehend identischen Verhältnissen leben: Mönche und Nonnen. Die Klosterstudie besagt, dass während das Klosterleben einer Frau keine zusätzlichen Lebensjahre gibt, bei den Männern ein Plus von ca. 4,5 Jahren zu beobachten ist.[2][3]

Indikator für Stellung im gesellschaftlichen Machtgefüge

Grundsätzlich ist die Lebenserwartung einer Gruppe ein geeigneter Indikator für ihre Stellung im gesellschaftlichen Machtgefüge. Schwarze sterben in den USA sechs Jahre früher als Weiße, weil sie weniger Geld und weniger Einfluss auf ihre Situation haben. Ebenso ist hierzulande die Lebenserwartung eines Universitätsprofessors rund neun Jahre höher als die eines ungelernten Arbeiters.[4]

Männer führend bei fast allen Todesarten

Für fast alle Todesursachen liegt die Sterberate der Männer über der der Frauen, das heißt, dass im Verhältnis mehr Männer an ihnen versterben – bedingt durch das insgesamt und für fast alle Todesursachen niedrigere Sterbealter der Männer. An Lungenkrebs versterben sie 5,3 mal häufiger als Frauen, an Nierenkrebs 2,9 mal, an psychiatrischen Krankheiten 2,5 mal, am Herzinfarkt 2,4 mal, an Krankheiten der Atmungsorgane und Lebererkrankungen 2,5 bzw. 2,4 mal und an Kfz-Unfällen und Selbstmord 2,9 bzw. 3,1 mal häufiger als Frauen.

24 der 25 von der WHO so bezeichneten "Todesberufen" fast ausschließlich in Männerhand

24 der 25 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) so bezeichneten "Todesberufe" werden fast ausschließlich von Männern ausgeübt. Den Berichten der WHO zufolge haben die Männer einen enormen Vorsprung bei Krankheiten, die als Folge zu starker beruflicher Belastung entstehen, etwa Atemwegserkrankungen, die verschiedensten Krebskrankheiten und Kreislaufleiden.

Statistisches Bundesamt in Wiesbaden (1996):

  • Kohlebergbau: M: 4.449 F: 10
  • Herstellung Metallerzeugnisse: M: 3.572 F: 96
  • Baugewerbe: M: 3.718 F: 54
  • Höchstzahl weiblicher Berufskrankheiten: Ernährungsgewerbe (340)

Soldat ist ein männlicher Todesberuf

2003: Seit Beginn der Bundeswehr-Einsätze im Ausland sind 52 deutsche Soldaten ums Leben gekommen.[5]
2009: Insgesamt sind bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr 81 deutsche Soldaten gefallen, davon 35 in Afghanistan.[6]
Bundeswehrquelle: "Von den seit 1992 in die Auslandseinsätze entsandten über 260.000 Bundeswehrangehörigen starben 81, insgesamt 109 wurden durch Fremdeinwirkung verwundet. [...] Über die in der Tabelle aufgeführten hinaus kamen 31 Soldaten durch natürlichen Tod, Suizid und den Umgang mit Fundmunition ums Leben. [...] Insgesamt wurden in Auslandseinsätzen 108 Soldaten durch Fremdeinwirkung verwundet. Unter Fremdeinwirkung werden beispielsweise Gefechte, Anschläge sowie die Wirkung von Minen und Sprengmitteln verstanden." (Die verschiedenen Angaben 81/108 wird nicht geklärt.) [7]

Warren Farrell erklärt in seinem Buch "Mythos Männermacht":

Die Frau in der Armee kann wählen zwischen:

  1. Kampfeinsatz
  2. Kein Kampfeinsatz

Der Mann hat die Wahl zwischen:

  1. Kampfeinsatz und
  2. Kampfeinsatz

Über "Frauen im Golfkrieg" schreibt er über die Gleichheit der Geschlechter im Krieg:

"Wenn Frauen die gleichen Risiken eingingen, wären in Panama nicht 23 Männer getötet worden, aber keine einzige Frau (es wurde auch keine Frau verwundet). Die militärischen Operationen und der Krieg am Persischen Golf hätten nicht zum Tod von 375 Männern gegenüber 15 getöteten Frauen geführt. In beiden Kriegen zusammengenommen kamen auf eine getötete Frau 27 getötete Männer. Weil aber in der Armee 9 Männer auf eine Frau kommen, war das Todesrisiko für jeden Mann dreimal so hoch wie das einer Frau." [8]

Der Spiegel berichtet zum Thema US-Soldaten folgendes: Im Irak-Krieg rettet der US-Obergefreite Joe Dwyer einen Jungen. Das Foto macht ihn zum Nationalhelden. Fünf Jahre später tötet er sich mit Chemikalien. [..]Im Jahr 2009 starben mehr US-Soldaten durch Suizid (334) als auf dem Schlachtfeld im Irak (149). Schon 2008 stellten Militärärzte fest, dass jeden Monat 1000 Veteranen versuchen, sich das Leben zu nehmen. Weit über 100 Ex-Kämpfer aus dem Irak und aus Afghanistan sind durchgedreht und haben Menschen getötet; ein Drittel der Opfer waren Freundinnen, Ehefrauen oder andere Familienmitglieder. [9]

Wenn US-Soldaten zu Veteranen werden, wächst für sie die Gefahr des Selbsmordes. 6000 bringen sich jährlich selbst um[10]

Einzelnachweise

  1. Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung Nr.061 15. Februar 2006
  2. Klosterstudie
  3. Klosterstudie (pdf)
  4. Arne Hoffmann, "Sind Frauen bessere Menschen?", Berlin 2001, S. 49
  5. Schon 52 tote deutsche Soldaten, Hamburger Abendblatt am 10. Juni 2003
  6. Drei tote deutsche Soldaten nach Gefecht nahe Kunduz, Bildzeitung am 23. Juni 2009
  7. Bei Auslandseinsätzen getötete und verwundete Soldaten
  8. Warren Farrell: "Mythos Männermacht", ISBN 3-861-501-082, Seite 155ff.
  9. Dämonen im Kopf Spiegel Online am 25. März 2010
  10. USA: Jeden Tag töten sich 18 Veteranen

Siehe auch

Weblinks

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